Regelmäßig im Februar lädt das Museum zum Schlachtefest ein. Ein Schwein wird wie in der ‚guten, alten Zeit‘ geschlachtet. Dabei wird allen Besuchern erklärt, wie der Vorgang des Schlachtens abläuft und was es zu beachten gilt.

Schon vor Jahrtausenden, als es noch keine Haustiere gab, war Fleisch eine Delikatesse, die nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stand. Die Wildtiere mussten erst erjagt werden, was oft schwierig und nicht ungefährlich war. Nachdem Tiere gezähmt waren und in den Siedlungen der Menschen gehalten werden konnten, wurden Fleischmahlzeiten häufiger, und das Schlachten wurde zum Handwerk.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Hausschlachtungen auf dem Dorf Gang und Gäbe. Denn nicht nur die größeren landwirtschaftlichen Betriebe hielten Schlachtvieh, sondern nahezu jeder, der Stallplatz hatte und entsprechendes Futter anbauen oder beschaffen konnte. Die Hausschlachter kamen zu dem Tierhalter auf dem Hof. Er tötete das Tier, zerteilte es und verarbeitete Fleischteile fachmännisch mit seinen Rezepten zu haltbaren Produkten, wie z.B. Wurst oder Dosenfleisch. Meistens waren am Schlachttag alle Mitglieder des Haushaltes und noch andere mit dabei, weil jede Hand gebraucht wurde. Viele Arbeiten wurden unter der Anleitung des Schlachters gleichzeitig ausgeführt. Nach Möglichkeit sollten alle Teile des Tieres genutzt werden. Manche Spezialnutzung ergaben sich auch im ‚Non-Food-Bereich‘, wie z.B. die Verwendung der Schweineborsten für Pinsel oder die Verwendung der Häute zum Gerben von Leder. Für alle Helfer war der Schlachttag ein anstrengender Arbeitstag, der allerdings auch wegen der ein oder anderen Leckerei und einer guten Fleischmahlzeit ein besonderer Tag war.

Heutzutage wird die Haltung der Tiere und auch die Schlachtung sowie die Verarbeitung der Körperteile in Spezialbetrieben und in großen Einheiten durchgeführt. Daher wissen nur noch wenige, um welche Körperpartien es sich handelt, wenn von Kotelett, Filet oder Steak die Rede ist. Somit sind die Erklärungen des Schlachters über das Schlachten und das Zerteilen für die meisten hoch interessant. Der Fleischer zeigt, welches Fleisch von den geschlachteten Schweinen er beispielsweise für seine guten Würste verarbeitet. So bekommen die Zuschauer einen exakten Eindruck von den früher üblichen Hausschlachtungen. Einer der wenigen Unterschiede zu den alten Zeiten ist allerdings das Schlachtgewicht der Tiere, die heute leichter sind und weniger Fett aufweisen.

Umrahmt wird das Schlachtefest üblicherweise mit der Musik von einem Blasorchester. An den verschiedenen Ständen können Lebensmittel zum Mitnehmen gekauft werden – natürlich auch Wurst und Fleischwaren. Auch zum sofortigen Verzehr steht vieles bereit – Rauch-, Bratwurst, Erbsensuppe, Kaffee, Tee, Kuchen, Glühwein. Auch Käse, Honig, Brot und Fisch wird angeboten.